Die Erste gewinnt bei Westfalia Huckarde mit 1:0

Wichtiger Auswärtssieg im Abstiegskampf.

Dortmund-Huckarde, Sonntag um 16.46 Uhr: Tim Braun, der neue Trainer von Teutonia SuS Waltrop, ballt beide Fäuste und brüllt seine unbändige Freude heraus. Der Sportliche Leiter Roger Thiedecke strahlt erleichtert über das ganze Gesicht. Die Spieler und die wenigen Waltroper Fans jubeln, während Daheimgebliebene bangend auf die WhatsApp-Nachricht aus dem Dortmunder Norden warten. Die Teutonen lassen sie zunächst noch ein wenig schmoren.

Soeben hatten die Teutonen, die zuletzt vier Spiele in Folge nicht gewonnen hatten, beim 1:0-Erfolg einen ganz wichtigen Dreier eingefahren. Tim Braun war erst am Dienstag auf den Trainerposten berufen worden. Unter der Woche war viel gesprochen und nur zweimal trainiert worden.

Max Reimann fällt verletzt aus

Die personellen Überraschungen, die Braun Freitagmittag angekündigt hatte, konnte er nur bedingt umsetzen. Denn am Abend hatte sich Max Reimann im Training schwer verletzt: Verdacht auf Bänderriss. Er schaute sich die Partie unter anderem mit den Spielern Maurice Krüger (verletzt), Niko Poslednik (gesperrt) und Sascha Adam (krank) an. Braun brachte aber Titan Berg von Beginn an auf der rechten Seite. „Er hat super trainiert. Das war die Belohnung.“ Doch in der 31. Minute war für ihn Schluss, er zog sich eine Zerrung zu.
Die Rückkehr zur Viererkette war eine sehr gute Maßnahme – vor allem mit Eike Stöve und Sven Beckmann in der Innenverteidigung.

Gute erste Halbzeit

So war Braun mit der Leistung in der ersten Halbzeit sehr zufrieden. Seine Jungs spielten diszipliniert. Sie redeten nur das mannschaftlich Übliche miteinander. Es war nichts zu hören von gegenseitigen Anschuldigungen, was die Verantwortlichen letzte Woche besonders gestört hatte.
Das Goldene Tor des Tages hatte Marvin Gatberg, der zuletzt schmerzlich vermisst worden war, in der 18. Minute aus dem Gewühl heraus erzielt.
Und die Teutonen erarbeiteten sich weitere Chancen: Tobias Hopp (25.), Gatberg, dessen Schuss von der Linie gekratzt wurde (26.) und Levin Schwarze aus 19 Metern (29.) blieben aber glücklos.

Konditionsprobleme

Mit zunehmender Spielzeit wendete sich das Blatt: Viele Teutonen hatten nach einer Stunde Konditionsprobleme. Die Konzentration ließ nach, dafür wurde wieder mehr gemeckert. Tim Braun, der im Vorfeld klar gemacht hatte, dass er das nicht dulden würde, blieb gelassen, feuerte seiner Spieler an und motivierte sie. „Darüber reden wir später“, sagte er nach dem Abpfiff. Jetzt ließen die Waltroper mehr zu: Einen Schuss von Ricardo Nagler klärte Jan Meier auf der Linie (62.), Tim Baboseks schoss sieben Minuten später den Ball frei stehend weit über das Tor.

Falsche Entscheidung

Dominik Schenkel, der auch zuletzt einer der besten Teutonen-Spieler war, traf in der 75. Minute die falsche Entscheidung: SV-Torwart Paul-Robin Maschkis war herausgelaufen und Schenkel umspielte ihn. Doch statt selbst abzuziehen, legte er quer auf Gatberg, der allerdings im Abseits stand. Das war sehr ärgerlich. 60 Sekunden später hätte Eike Stöve für die Vorentscheidung sorgen können, geriet aber beim Kopfball in Rücklage. Waltrops Keeper Philip Wölki rettete seinerm Team mit zwei Glanzparaden am Ende den Sieg.
„Ich spreche meiner Mannschaft ein Riesenkompliment aus“, freute sich ein erschöpfter, aber überglücklicher Tim Braun nach Spielschluss . Da Genclerbirligi Resse nur 1:1 spielte, tauschen die Teutonen die Plätze und stehen nun auf dem ersten Abstiegsplatz.

Quelle: Waltroper Zeitung, Foto: Christine Horn